Tot ziens Mercatorplein …

… tot ziens Bernadette. Heute ist also schon wieder ein Abschied fällig.

Nach dem gemeinsamen Frühstück musste Bernadette zur Arbeit und ich mich ans Kofferpacken machen. Aber wo fängt man an, wenn man so hier festhängt. Eigentlich würde ich gern bleiben, aber auf die Mädels und das Hausboot freue ich mich auch.

Der Himmel ist grau und lädt ohnehin nicht zu Aktivitäten im Freien ein – also ran ans Werk und das oranje Koffermonster aus der Ecke gezerrt.
Kaum lag er auf dem Bett, riss auch auch schon sein Maul ganz weit auf und so verschwanden ein Teil nach dem Anderen in seinem Schlund.

Irgendwann war alles verschlungen, sogar die Geburtstagsgeschenke für Karin und Janka und ich saß hier allein in dem kahlen Zimmer. Nun war es Zeit noch einmal hier am Tisch zu sitzen, die letzten Lebensmittel zu verspeisen und langsam loszugehen. Der Koffer ging die Treppen viel leichter hinab als hinauf vor fast auf den Tag genau vier Wochen und so konnte ich noch in Ruhe einen Tee trinken und mich dann auf den Weg zum Bahnhof machen.

Dort musste ich ein bisschen warten, weil der Zug Verspätung hatte und dann war auch noch Schienenersatzverkehr bei der Tram und das mit dem ganzen Gepäck. Aber irgendwann hatten wir Davids Boot gefunden und bezogen unser neues Quartier. Es ist schon alles ganz einfach aber auch richtig urig und wir haben alles was wir brauchen, Dusche, WC, Wasserkocher, Wifi, Strom und Heizung – wie ein Kreuzfahrtschiff, nur ganz einfach – ein alter Schleppkahn eben.
Und wir hatten ja was zu feiern, Karins Geburtstag war heute und so haben wir gleich an Deck mal ne Flasche Sprudel leer gemacht

Dann ging’s los in die Innenstadt, einmal quer durch und gleich noch Frühstück besorgt unterwegs. Oude Kerk, Rotlichtviertel, den Dam, die Westerkerk und viele Grachten und Grachtenhäuser. Aber nach einem guten Essen, einigen Bieren und etlichen Kilometern waren wir alle ziemlich müde und wollten auf unseren Schlafkahn. Das Frühstück gibt’s dann morgen ganz zünftig an Deck.

Mit der Tram ging’s dann wieder zurück in die Schlafgracht und beim Einschlafen hörten wir die Bahn und die Wasservögel 😉 in der Nachbarschaft.

Nach dann mal gute Nacht!

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ein Paradies für Frauen …

… Blumen so weit das Auge reicht gab es nach einem frühen Start in den Tag und der ca. einstündigen Anreise mit dem Bus. So früh, dass bei einigen noch nicht einmal die Straßenbahn fuhr und sie die erste Etappe des Weges zu Fuß zurücklegen mussten.

Um zehn nach sieben waren endlich alle eingetrudelt und unsere Führung begann. Alles ziemlich im Eiltempo, das Blumenauktionsgeschäft beginnt um vier und ist gegen acht Uhr erledigt, dann ist alles verkauft, was seit dem Nachmittag des Vortages hier angeliefert würde. 21 Millionen Blumen und Topfpflanzen werden so im Schnitt pro Tag verkauft, davon kommen ca. 70 % aus den Niederlanden, der Rest kommt mit dem Flugzeug aus aller Welt, um dann wieder auf die Ganze Welt verteilt zu werden.

Die gesamte Fläche dieses riesigen Logistikzentrums umfasst mehr Quadratmeter als Monaco, wenn man alle Etagen nebeneinander legt und vieles hier geht wie von Geisterhand. FloraHolland ist ein Art Genossenschaft der Blumen- und Pflanzenerzeuger hier vor Ort und alles was hier produziert wird, wird ausschließlich über FloraHolland verkauft, davon mindestens zwei Drittel mittels Auktion – der Erzeuger darf bis zu einem Drittel auch vorher zu einem Festpreis verkaufen. Aber niemand weiß, ob der Preis in der Auktion dann nicht doch günstiger gewesen wäre und für wen, von beiden 😉

Die Auktionen laufen so schnell, dass man Mühe hat, das zu verstehen. Es läuft eine Uhr abwärts von 100 bis 0 und alle Angaben zur Auktion und der angebotenen Ware finden sich in dem Kreis – auch die Höhe des Betrages, um den es geht – es müssen nicht immer 1 Cent-Beträge sein, sondern wenn die Uhr bei beispielsweise 15 angehalten wird und es um 20 Cent-Beträge ging, zahlt man 15 x 20 Cent pro Stück oder pro Strauß – auch diese Information findet sich in der Anzeige.

Wer zu schnell am Drücker ist und die Uhr anhält, zahlt einen hohen Preis, wer zu lange wartet hat womöglich gar keine Ware. Bezahlt wird sofort beim Anhalten der Uhr online und es gibt kein zurück.

Läuft die Uhr ab ohne einen Käufer, dann war es das, für die Blumen – die Ware wird kein zweites Mal eingestellt.

Hartes Geschäft und schwer zu durchschauen, es dauert ca. ein Jahr bis ein Auktionator gut ist. Die Qualitätsangaben zu den Blumen machen die Erzeuger selbst, stimmt da was nicht, schlichtet FloraHolland den Streit und wird den Erzeuger mindestens 3 Stufen von 10 für mindestens 3 Monate runterstufen und die Qualität täglich überprüfen. Also sind alle lieber realistisch und machen korrekte Qualitätsangaben.

Ich hoffe, ich habe mir das richtig gemerkt – es waren 90 Minuten im Informationsrausch voller visueller Reize, denen ich kaum wiedersehen konnte. Hätte ich doch nur ein Rollköfferchen dabei gehabt 😦 aber nix da, nicht einmal die Mitarbeiter dürfen sich was einsacken oder kaufen!

Danach war es Zeit für ein richtiges Frühstück, unsere Truppe also zurück nach Amstelveen auf der Suche nach einem gemütlichen Ort mit Frühstücksangebot – aber vor zehn ist das schwierig. Es gibt keine Frühstückskultur hier in den Niederlanden und damit auch keine Bäcker die so zeitig aufmachen und dann noch Tische haben. Bei dem fluffigen Brot hier ist es aber auch egal ob es frisch ist oder drei Tage alt. Man kann in jedem Fall ein ganzes Brot mit eine leere Smartiesschachtel, Ihr wisst schon – diese runden reinbekommen, wenn man sich Mühe gibt.

Aber wir hatten dann doch noch Glück und ich bekam sogar Rühreier mit Proscutto, leider war der aber so eine Art Trockenfleisch, wie es bei uns inzwischen auch als Snack im Supermarkt angeboten wird, grrrr.

Aber zu viel Zeit hatte ich nicht, um elf mein Termin bei Klaas in Uithoorn und mindestens eine halbe Stunde Anfahrt. Ich war fünf Minuten zu spät, aber das nimmt hier niemand so genau. Da kann man auch als kleine Praktikantin den Gemeentedirektor mal warten lassen – aber meine Art ist das eigentlich nicht.

Das Gespräch wär sehr angenehm und entspannt und er bekam ein Buch über meinen Bezirk von mir und blätterte auch gleich interessiert. Er versprach beim nächsten Besuch auch in Lichtenberg vorbeizuschauen – er war eben so als Tourist immer im Stadtzentrum hängen geblieben. Aber das kennt wohl auch jeder von solchen Citytrips.

Danach war ich noch mit meiner Praktikumsbetreuerin in Uithoorn – Linda zum Lunch, ich wollte sie noch einmal einladen. Das war ein billiges Lunch – zwei Kaasbroodje und vier Euro ärmer verspleißten wir die gemeinsam auf der Bank. Das Wetter hier hat sich beruhigt, kein Regen, dafür Wind aber auch immer mal Sonne.

Das waren also meine letzten Termine hier, morgen wird gepackt und danach geht es privat weiter, Hausbooturlaub zu viert mitten in Amsterdam.

Aber heute Abend ging’s dann noch zum Abschiedsbierchen mit den Berliner Kollegen. Die Mercatorpleinliebhaber haben sich durchgesetzt, also für mich zwei Minuten Fußweg hin und zwei Minuten zurück!

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Faultier in Amsterdam …

… am Mercatorplein gesichtet. Aber nur kurz, weil es sich dann in seine Höhle zurückzog.

Ihr werdet es nicht glauben, aber ich habe heute wirklich nichts gemacht. Naja nicht ganz. Ich habe mir frisches Brot beim Bäcker geholt, in Ruhe gefrühstückt, einige wichtige Mails verschickt und mit dem Hausbootbesitzer unsere Ankunft am Freitag abgesprochen, die letzten Fotos hochgeladen, in den letzten Wochen gesammeltes und inzwischen überflüssig gewordenes Papier aussortiert, Geschenke eingepackt, gelesen, und vor allem die Seele baumeln lassen.

Zwischendurch gab es Eier mit Bratstulle und Schinken und so vollgefressen bin ich glatt auf meinem Bett eingeschlafen.

Kurz musste ich mich dann aufrappeln und meine OV-Karte wieder aufladen für Morgen. Das geht hier im Vorraum vom Supermarkt und der hat noch geschlossen, wenn ich morgen kurz vor sechs aus dem Haus muss, weil die Blumenauktionen früh am Tag stattfinden und wir deshalb schon um 7:00 Uhr in Aalsmeer sein müssen.

Eigentlich waren die Planungen ein bisschen anders, aber das Amsterdamer
Wetter hatte mir diese Entscheidung förmlich aufgedrängt. Es regnete den ganzen Tag immer wieder wie aus Kannen, dann war für einen Augenblick die Sonne am Himmel zu erahnen und kurz danach öffneten sich die Schleusen erneut.

Ich war auch müde und antriebslos nach den Anstrengungen der letzten Tage und vielleicht war es ja auch gut, dem Körper und dem Geist mal eine Pause zu gönnen. Nun liege ich wieder auf meinem Bett, das Zimmer ist für meinen Geschmack drei Grad zu kalt und bin heute mal wirklich zeitig mit dem Blog dran.

Ich freue mich auf den morgigen Tag, die letzten Termine, Bloemenveiling FloraHolland in Aalsmeer – die größte Auktionshalle für Blumen und Pflanzen weltweit, und danach noch die Verabredung mit Klaas, dem Gemeentedirektor von Uithoorn. Abends gibt es noch ein letztes Bier mit den Berliner Kollegen und dann wird gepackt.

Jetzt macht sich ein bisschen Wehmut breit aber ich freue mich auch sehr auf das Hausboot-Wochenende mit Janka, Carola und Karin und natürlich auch auf zu Hause, Steffen, meine Familie, Freunde, Kollegen und meine Heimatstadt Berlin.

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Abschlusspräsentation erledigt …

… und morgen keine Termine, oder sagen wir fast keine.

Irgendwie ist es ein gutes Gefühl, dass nun die Pflicht erledigt ist und nur noch die Kür vor mir liegt. Es ist jetzt gleich elf und ich bin gerade zu Hause rein und mein Wecker schellte heute wieder um halb sieben in der Frühe.

Nichts wusste ich, beim Verlassen des Hause über den Verlauf dieses Tages. Die Abschlusspräsentation lag fertig auf dem IPad, doch wie die Datei auf einen Stick oder auf den Rathausrechner kommt, war noch völlig unklar und ob PowerPoint die mit einer App erstellte Datei öffnet, war erst recht fraglich.

Aber vorher hatte ich am Vormittag in Uithoorn zu arbeiten. Heute habe ich mit einem Kollegen draußen kontrolliert, ob einige Kitas (in dutch kinderopfang 😉 auch alle Brandschutzvorschriften erfüllen. Allesamt waren Problemfälle mit Bedarf an Nachkontrolle, und nebenbei waren wir noch auf Horeca-Kontrollgang. Also Kontrolle der Gaststättenerlaubnis, wenn man das vergleichen möchte.

Dann wieder ein anderer Schreibtisch und ein anderes Sachgebiet. Die nächste Kollegin hat es mit Lärm und Umwelt (hier sagt man verwirrender Weise Milieu dazu) zu tun, und da gibt es ne Menge Beschwerden, Schriphol ist in direkter Nachbarschaft und dazu natürlich die täglichen ganz normalen Probleme in der Nachbarschaft. Mitten im Erklärungswahn, dann sogar noch eine echte Bürgerin mit einem Anliegen hier im Gemeindehaus und nun konnte ich auch mal sehen, wie das wirklich funktioniert.

Die nette ältere Dame meldet sich brav am Empfangstresen und wird gebeten zu warten. Das ist kein Problem, denn auch die Wartebereiche hier sind wirklich sehr einladend und gemütlich. Inzwischen erhält die zuständige Kollegin Bescheid und tapert gut gelaunt hinunter. Die Büros liegen allesamt nicht im Erdgeschoss und kein Bürger wird jemals das allerheiligste, also die Arbeitsplätze der Mitarbeiter sehen. Man benötigt einen elektronischen Dropje – Tröpfchen hier und nur damit gelangt man hinter die Kulissen.

Wir also hinunter, die Dame freundlich begrüßt und eine nette Sitzgarnitur gesucht, die an einen Picknickplatz im Wald erinnert – die Wände drum herum bieten ein Stück Intimität! Wir haben uns alles angehört und die wichtigsten Dinge notiert, inzwischen verstehe ich sogar Vieles, wenn ich die Ohren spitze, kann nur kaum was sagen. Ein Rückruf wurde zugesichert und schon ging’s wieder ins Büro.

Dort wurde auf einer öffentlichen Internetseite geprüft, wann in Schriphol die betreffende Landebahn genutzt wurde und mit welchem Lärmpegel das verbunden war – die Schilderungen der Bürgerin eher nicht realistisch – also keine wirklicher Grund zum Handeln. Aber die Kommunikation mit dem Flughafen und den umliegenden Gemeinden ist sehr gut,schildert meine Kollegin und Flughäfen ohne Lärm gibt es eben nicht. Und es hängen ja auch ne Menge Arbeitsplätze dran.

Nun war es aber schon wieder Mittag und der Termin für die Präsentation rückte immer näher. Es war also an der Zeit mich von allen Kollegen dort zu verabschieden und ein paar Geschenke zu übergeben und dann ab zum Bus und nach Amstelveen ins Rathaus.

Unterwegs habe ich noch schnell ein Broodje gekauft – wer weiß, ob ich in der Cafeteria noch was bekomme, einen Kaffee im Rathaus besorgt und alles in mich rein gestopft. Nebenbei habe ich gleich mit Jörg noch ein paar organisatorische Dinge geklärt und mit Pieter telefoniert, ob ich irgendwo eine Rechner nutzen kann, zum testen und drucken der Datei. Alles klar – in die dritte Etage zu Yolanda, Rechner gestartet, Datei geöffnet, alles funzt, Druckauftrag raus, Praktikumsvertrag einer Kollegin geändert – ich hatte keinen eigenen bekommen von Mirka und ich brauchte noch alle Unterschriften – auch ausgedruckt. Jetzt aber schnell zu Pieter, ein Geschenk übergeben und mich bedankt, eines bekommen und noch einmal bedankt, in den Ratssaal, die aktuelle Datei einem Kollegen gemailt und noch einmal getestet und schnell noch mal auf die Toilette – Nase pudern und los geht’s.
Mir ist schlecht vor Aufregung und Stress!

Dann ging’s los! Erst gab es den offiziellen Teil der Organisatoren und das Gruppenfoto, dann sind wir dran. 3-4 Minuten für jeden, Jörg überzieht gleich als erster, alle anderen wohl auch, ich bin Nr. 4 und habe es endlich auch hinter mir. Meine erste Präsentation in englischer Sprache, keine Erfolgsgeschichte, aber besser kann man es ja immer machen. Bettina, die ärmste blieb sogar hängen und fand ne Weile den Faden nicht – wir sind eben keine Profis auf diesem Gebiet. Aber Beifall gab es für alle von uns.

Nach der ganzen Aufregung gab es Käse und Wein auf dem Flur ganz locker mit allen und danach ging es in ein gemütliches Restaurant. Es gab drei Gänge, Wasser, Wein und Kaffee und wir hatten Zeit jetzt noch einmal in entspannter Atmosphäre alles Revue passieren zu lassen. Es gab noch mehr Geschenke und der Abschied war auch ein bisschen traurig.

Ich kann nur sagen „hartelijk bedankt“ für die gute Organisation, die liebevolle Betreuung, all die vielen Erlebnisse und Erfahrungen, die wir machen und sammeln durften und ich wünsche mir nichts mehr, als ein Stück davon zurückgeben zu können – in Berlin, wenn ich hoffentlich einige meiner niederländischen Kollegen irgendwann begrüßen darf.

Es wird eine unvergessliche Zeit bleiben und ich werde sicherlich oft daran zurückdenken. Schade, dass es wohl keine Wiederholung geben wird. Aber die Kontakte bleiben, hoffe ich und vielleicht bekommen wir im Ordnungsamt Lichtenberg auch einmal Besuch aus Amstelveen, Aalsmeer oder Uithoorn.

Morgen gilbt es keinen nervenden Wecker und ich werde mein Mädchenwochenende und meinen Auszug bei Bernadette ein bisschen vorbereiten. Am Donnerstag sind die letzen Termine und ab Freitag ist der Blog only for the girls – my girls! Nein natürlich nicht – aber wir ziehen zu viert auf unser Houseboat in Amsterdam und werden die gemeinsame Zeit genießen.

Tod siens! Succses! Slaap lekker! Die üblichen Grußformeln hier!

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eine letzte gemeinsame Nacht …

… ein wiederlicher Wecker ohne Gnade und ein ganzer Tag im Wald mit Olaf, dem Oberförster und Probleme beim Versenden und Zusammensetzen der Präsentation.

Das also die Kurzform und hier die Details! Ich hatte mit Steffen noch ein kurzes gemeinsames Frühstück, dann habe ich ihn an der
Tramhaltestelle abgeliefert und bin Richtung Amsterdamse Bos geradelt.

Ich hatte heute wegen meinem schlechten Terminmanagement gleich zwei Termine am Morgen und habe mich spontan gegen ein Meeting und für den Oberförster entschieden. Pünktlich um neun war ich da, habe Kaffee geschlürft, den Tagesplan besprochen und den Nachmittagstermin auch noch abgesagt, damit ich mehr Zeit im Wald habe. Denn da gab es heute eine Menge zu tun. Viele Hundebesitzer und Hundesitter waren im Bos (Wald) unterwegs, die meisten ohne Leine und Halsband und das gleich mit bis zu 8 Hunden. Ohne Halsband ist hier eigentlich kein Problem, aber eben nicht überall im Park und so musste Olaf mehrfach das nette Gespräch mit den dazugehörigen Zweibeinern führen – aber alles ohne ein einziges Ticket.

Dazu kamen noch Jagdhunde, welche den Freizeitreitern das Leben schwer machen, wenn sie ohne Leine umher tollen und auch ein Kampfhund so groß wie ein Kalb 😮 beide dürfen hier niemals ohne eine Leine unterwegs sein und so mussten wir mehrfach aus dem warmen Auto raus, obwohl es draußen wirklich kühl geworden ist.

Ganz nebenbei lag noch Müll im Wald herum – war wohl ne schöne Party mit Heineken – einen Anruf und ne Stunde später waren aber alle Spuren beseitigt und jemand hatte an der Kinderplantsche am Wochenende ein schönes Lagerfeuer gemacht und sich erwischen lassen.

Olaf sah sich den Schaden an und meinte ein paar Hundert Euro wird das wohl kosten – die Rechnung bekommen die Übeltäter, dafür aber kein Bußgeld oder sowas.

Später haben wir noch einen herrenlosen Hund eingesammelt und wenig später dem aufgeregten Herrchen zurück gegeben und wir sind einfach so durchs Unterholz und haben uns über die unterschiedlichen Konzepte in beiden Kommunen ausgetauscht und ein bisschen Smalltalk gab es natürlich auch. Zwischendurch wieder Kaasbroodje und Kaffee und halb fünf war es geschafft.

Der Tag mit Olaf war wieder sehr interessant und um seine Arbeit beneide ich ihn ein bisschen, zumal hier keine Tiere geschossen werden. Also eine kleine friedliche Welt in der die Waffen der Verwaltung fast nur Worte sind und alle sind sehr zufrieden damit, die Bürger und auch die Parkranger – seit dem Strategiewechsel hier läuft alles viel ruhiger und wir haben sogar eine Frau im Wald getroffen, die beim Spaziergang mit dem Hund einfach mal ein paar Abfälle im Wald weggesammelt hat. Sie hatte ne alte Tüte und ne Grillzange dabei und brachte die Fundstücke gleich zur nächsten Mülltonne. Soviel Sinn fürs Gemeinwohl wünschte ich mir zu Hause auch.

Aber die Bürger haben den Amsterdamse Bos als Ihren Park angenommen, seitdem jeder hier seinen Platz bekommen und gefunden hat und die kleinen Ärgernisse am Rande klärt man fast immer freundlich und ohne Geldstrafen.

Damit hat sich auch die Stimmung zwischen den vielen Helfern im Park und den Bürgern verbessert. Die meisten ziehen zusammen am selben Strang. Ein schöner Denkanstoß – ob das wohl auch in Berlin funktionieren könnte?

Die viele frische Luft heute im Wald und das anstrengende Wochenende haben mich aber ziemlich mitgenommen, und ich sehnte mich nach meinem gemütlichen Zimmer. Aber Fehlanzeige! Erst noch das Fiets nach Amstelveen in den Rathauskeller bringen, denn unsere gemeinsame
Zeit ist nun zu Ende und dann mit dem Bus zurück in die Grachtenstadt. Im Supermarkt fand ich noch ein paar Leckereien um mir den Abend zu versüßen.

Da erwartet mich noch eine nicht funktionierende Präsentation, der Bericht vom Donnerstag und von heute für
Euch und das Verpacken der Dankschöngeschenke für all die fleißigen und fürsorglichen Kollegen hier vor Ort, die dafür gesorgt haben, dass die Zeit wie im Fluge vergangen ist und ich jede Minute in guter Erinnerung behalten werde.

Morgen gibt’s noch einen halben Tag in Uithoorn bei Ben und seinen Kollegen und dann die Abschlusspräsentation in Amstelveen mit einem gemeinsamen Abendessen danach. Drückt mir die Daumen, dass. Ich das Problem mit dem Transfer der Datei auf irgendeinen Laptop oder so hinbekomme und mich dann nicht vor Aufregung im Vokabular verhakele und „lost in Translation“ bin.

Wir sehen uns ganz spät Morgen Abend vielleicht oder ganz zeitig am nächsten Morgen, hihi.

Trotz Abschlusspräsentation gibt es noch einige schöne Termine und die will ich Euch nicht vorenthalten.

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Sightseeing ….

… gab es heute noch einmal für Steffen und natürlich auch für mich. Natürlich nach dem Frühstück, heute zu viert mit Bernadette, Ihrem Freund und uns beiden, sogar mit richtigen Sonntagseiern, die wir gestern beim Biobauern hier auf dem Mercatorplein erstanden hatte.

Und dann rauf auf die Fietsen und zum Waterlooplein auf den Flohmarkt. Leider hatten die Händler heute frei und es gab für uns nix zu gucken und zu kaufen. Dann also weiter – auf den Rembrandtplein, der kleine Kunstmarkt hatte auf und da viel mir doch glatt ein schönes Bild für zu Hause in den Rucksack. Nun radelten wir in Richtung Jordan, hatten einen schönen verkehrten Kaffee in der Sonne an der Gracht und haben den Sonntag ein bisschen vorbei ziehen lassen.

Ich wollte gern ein bisschen durch die Gassen schlendern, Steffen war dort zu wenig Leben – zu wenige Geschäfte – und so trieb es uns ein bisschen in Richtung Zentrum und wieder zurück in den Jordan zu den Fietsen. Die Sonne machte immer mal Pause und so ganz ohne Ihre Begleitung war es ziemlich frisch hier. Schade eigentlich, dass sich der Sommer Tag für Tag ein bisschen mehr verabschiedet 😦

Nach dieser Exkursion auf den Füßen radelten wir dann noch in den Westerpark und fanden dort Himmel und Menschen und auch leckere Fressereien vor. An diesem Wochenende war ein großes Fotoevent, viele Fotos und auch andere Kunst gab es zu sehen und wir schlugen uns ein bisschen die Bäuche voll.

Nun war es aber an der Zeit Steffens Mietrad zurück zu bringen – der kleine Laden mit dem schönen Namen Fietsenwinkel schloss heute um sechs. Also schwangen wir uns ein letztes Mal gemeinsam auf die Fietsen und radelten zurück. Im Lädchen fand ich dann noch neue Griffe für das Berliner Bike, so dass ich das im Winter wieder richtig fein machen kann. Amsterdamer Fahrradschloss, neue Griffe und eine Klingel von hier.

Zurück ging es dann zu zweit auf einem Rad, dass hatten wir beide schon Ewigkeiten nicht mehr gemacht und es hat Spaß gemacht, auch wenn ich wirklich nichts gesehen haben von hinten auf dem Gepäckträger nach Amsterdamer Manier.

Nun schnell ne Kuscheljacke geholt und ein bisschen Gepäck abgeworfen und es ging es ein letztes Mal gemeinsam an die Grachten zum schlendern, futtern und Bier trinken.

Nun sind Steffens Sachen gepackt und wir genießen die letzen Stunden bevor er morgen früh wieder heim fährt und ich zur Arbeit. Der letzte Montag hier! Eine Woche später geht es auch für mich wieder nach Hause.

Ich freue mich auf die letzte Woche und bin auch ein bisschen wehmütig. Aber es gibt ja noch ein paar interessante Termine … Bleibt also noch ein bisschen hier mit mir!

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einen Feuerwehreinsatz …

… wegen einem platten Reifen gab es heute, doch wir fangen wie immer vorn an.

Nach einem gemütlichen Frühstück und der anschließenden Nahrungssuche für die nächsten Tage, führte uns der Weg heute mit den Rädern aus der Stadt hinaus. Es ging am Olympiastadion vorbei, durch den Amsterdamse Bos bis zur Ziegenfarm und dort gab es twee Cupje Coffje Verkeert für uns und ne Flasche Milch für die kleinen Ziegen. Steffen hatte daran seinen Spaß und die kleinen Zicklein auch. Beim Kaffee pickten uns die Hühner um die Füße herum und bis auf die Flieger am Himmel herrschte hier eine wunderbar friedliche Atmosphäre.

Aber unser Ziel war noch nicht erreicht. Es sollte noch zum
Wassertoren nach Aalsmeer gehen und das waren noch ein paar Kilometerchen, leider an der Straße entlang, weil ich den richtigen Weg nicht fand. Aber wir kamen trotzdem am See an. Die Sonne hatte sich derweil verkrümelt – dafür hatten allerlei Wassersportler Ihre Freude an dem Wind, der aufgekommen war. Nur die schöne Restauration am Ufer des Sees war heute geschlossenen Gesellschaft nicht für uns geöffnet – dennoch waren sie dort gnädig mit uns und wir bekamen wenigstens einen Drink. Auf dem Rückweg hielten wir noch an der Mühle an, diemsogar in Aktion war und dann ging’s an einem schönen Kanal wieder zurück Richtung Amsterdam.

Beeindruckend blieben wir aber Wegesrand stehen, als die Flugzeuge nach Schiphol knapp über unseren Köpfen einschwebten und auch wir wurden, wie die vielen anderen Radfahrer ungewollt zu Airportstalkern 😉 aber imposant ist es allemal, auch wenn ich dort nicht wirklich wohnen möchte.

Auf dem Rückweg wollte Steffen dann gern noch den Umweg über Amstelveen, wollte sehen, wo ich arbeite – manchmal wenigstens – und
Zeit für einen Snack war es auch. Doch da hatten wir die Rechnung ohne den fiesen Nagel auf der Straße und den unfreundlichen Verkäufer vom Fahrradladen gemacht. Steffen hatte also einen Platten, wir schoben die
Räder zum nächsten Bikeshop, aber die wollten in 15 Minuten schließen und der Verkäufer hatte überhaupt keine Lust uns zu helfen.

Was also machen jetzt? Die Geschäfte inzwischen zu, Busse nehmen wohl keine Fahrräder mit … und da kommt mal wieder Pieter ins Spiel, als Retter in der Not.

Ich also angerufen, Pieter eilte mit dem Feuerwehrauto herbei, klärte am Telefon mit dem Fahrradverleiher in Amsterdam, dass sie das kaputte
Rad in Amstelveen abholen müssen und fuhr Steffen zum Fahradverleih zurück, ein neues Fiets abholen. Ich radelte inzwischen flux nach Amsterdam zurück und traf meinen Steffen am Fietsenwinkel wieder. Pieter war schon wieder los – der hatte ja eigentlich Feuerwehrbereitschaft und irgendwie ja auch ein Wochenende.

Wir haben uns dann mit einen guten Burger belohnt, sind kurz nach Hause zum Umziehen und haben uns dann noch einmal ins beginnende Nachtleben von Amsterdam gestürzt. Doch der anstrengende erlebnisreichen lange Tag und ein paar Bier brachten die Müdigkeit in unsere Augen und so ließen wir uns mit der Tram heimbringen. Jetzt freue ich mich aufs Bettchen und wünsche Euch eine gute Nacht.

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Zu Besuch bei …

… Rembrandt und den anderen alten Meistern der Niederlande. Steffen bekam heute sein eigenes Fiets und war sofort verliebt und über den Vondelpark ging es zum Museumsplein und danach ins
Rijksmuseum zu den alten Meistern. Aber es waren so viele Kunstwerke zu bestaunen, dass wir uns irgendwann die Sonne und das Leben draußen herbei sehnten.

Also raus aus dem Rijksmuseum und ab auf den Markt. Dort fand ich ein Fahrradschloss a la Amsterdam, damit mein Fiets zu Hause auch diebstahlsicher ist und anschließend ging’s noch auf den Trödelmarkt am Waterlooplein und den Blumenmarkt an der Single, eben so richtig touristisch der Tag heute.

Ausklingen ließen wir den Tag nach einem sehr guten chinesischem Abendessen bei einer Grachtenfahrt am Abend. Wunderschön diese Stadt mit dem vielen Wasser, den alten Gebäuden und alles beeindruckend beleuchtet.

Aber auch dieser Tag hat nur 24 Stunden und neigte sich dem Ende, so dass wir unsere Räder sattelten und uns auf den Heimweg machten. Zeit fürs
Bett um die vielen Erlebnisse Revue passieren zu lassen.

Gute Nacht Amsterdam und gute Nacht Berlin

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Nachsitzen …

…weil ich ja vom Donnerstag nicht wirklich was berichtet hatte.

Jetzt wo der Arbeitsweg doppelt so lang ist, klingelt der Wecker auch früher und die Augen sind viel kleiner, wenn ich zum Bus stolpere. Schade, dass es die morgendlichen Radeltouren nicht mehr gibt, aber 20 km ist mir dann doch ein bisschen weit.

Mit einem überfülltem Bus wurde ich für meine Faulheit bestraft, sonst hatte ich immer einen Sitzplatz, heute war ich foh, dass ich einen Festhaltegriff abbekommen habe. Aber irgendwann war ich angekommen und der erste Kaffee hat mich versöhnt mit dem Tag.

Als erstes besprach Ben mit mir, was mich bei der Bürgermeisterin erwartet – sie ist eine riesige, mindestens 1,85 m große, wohlgenährte, dunkelhäutige, kluge Frau Mitte dreißig und weiß, was sie will. Die Themen heute – Problemfälle in der Gemeinde – wird Sintaklaas auch weiterhin den swarten Piet dabei haben, wo wird das Feuerwerkszeug für Silvester verkauft, gibt’s eine Baugenehmigung für einen Hotelanbau mitten im Wohngebiet und einiges mehr.

Vorher sind wir aber noch aufs Fiets und haben uns die Sache mit dem Hotelanbau vor Ort angesehen und dann los zur Chefin.

Es gab einen freundlichen Empfang, eine kurze Vorstellungsrunde und dann gleich zu den Themen. Es galt keine Zeit mit Smalltalk zu verschwenden, Termine, Termine! Das Meeting würde übrigens wegen mir in englischer Sprache abgehalten und Frau Bürgermeisterin, die zweitjüngste im Lande und eine von nur zwei dunkelhäutigen Bürgermeisterinnen, googlete immer mal nach einer Übersetzung, wenn der passende Begriff fehlte. Ich stelle mir das Szenario gerade zu Hause vor 😉

Aber der Arbeitstag hat ja gerade erst begonnen. Jetzt erklärte mir eine andere Kollegin Ihr Problem. Die Gemeinde will einen Tisch fürs Picknick in einer Grünanlage neben der Spiel- und Sportfläche aufstellen. Die Nachbarn wollen das nicht, befürchten mehr Lärm, wenn sich abends dort die Jugendlichen treffen, der Bebauungsplan sagt, die Fläche ist die pure Natur. was also tun? Rausfahren, ansehen, das Problem der Nachbarn nicht wirklich verstehen, aber den sicheren Weg der Veränderung des Bebauungsplanes gehen. Lunchtime! Wie meistens hier, gab es auch heute Kaasbrodje auf der Bank in der Sonne und um eins durfte ich mal sehen, was Ronny, ja richtig gelesen, so tut, den ganzen Tag.

Der kümmert sich hier um Bauanträge, das ist ein Teil des Bereiches Vergunningen – also Genehmigungen – und hat hier auch eine Menge zu tun. Aber Architektur ist seine große Leidenschaft, auch wenn er es nicht studiert hat und so fahren wir dann mit den Rädern los zu einer Sightseeingtour im Ort.

Es gibt mehr historische Gebäude zu sehen, als ich dachte und wenn Ronny davon erzählt, leuchten seine Augen. Schön zu sehen, dass er mit so viel Herzblut bei der Sache ist. Auf jeden Fall soll er eines der Bücher über die Geschichte Lichtenbergs bekommen. Das ist bei ihm in den richtigen Händen.

Jetzt muss ich aber ein bisschen Ballett machen – wollte doch meinen Liebsten vom Bahnhof abholen und der Weg dorthin ist weit – mindestens eine gute Stunde Fahrzeit und die Rushhour machst wohl nicht besser. Hat aber dennoch alles noch geklappt. Ich war pünktlich auf dem Bahnsteig – Steffen schon am Ausgang 😉 aber wir haben uns ja gefunden.

Zur Begrüßung gab es einen Drink in der Sonne, dann fix die Sachen zu mir gebracht und mein kleines Reich gezeigt und dann ab in die Mitte der Stadt, an die vielen Grachten, die Mädchen in den Schaufenstern, die alten Häuser und Kirchen und in der Nähe vom Dam gab es auch was zu futtern.

Satt und zufrieden sind wir irgendwann nach Hause ins gemütliche
Bett.

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