Abschlusspräsentation erledigt …

… und morgen keine Termine, oder sagen wir fast keine.

Irgendwie ist es ein gutes Gefühl, dass nun die Pflicht erledigt ist und nur noch die Kür vor mir liegt. Es ist jetzt gleich elf und ich bin gerade zu Hause rein und mein Wecker schellte heute wieder um halb sieben in der Frühe.

Nichts wusste ich, beim Verlassen des Hause über den Verlauf dieses Tages. Die Abschlusspräsentation lag fertig auf dem IPad, doch wie die Datei auf einen Stick oder auf den Rathausrechner kommt, war noch völlig unklar und ob PowerPoint die mit einer App erstellte Datei öffnet, war erst recht fraglich.

Aber vorher hatte ich am Vormittag in Uithoorn zu arbeiten. Heute habe ich mit einem Kollegen draußen kontrolliert, ob einige Kitas (in dutch kinderopfang 😉 auch alle Brandschutzvorschriften erfüllen. Allesamt waren Problemfälle mit Bedarf an Nachkontrolle, und nebenbei waren wir noch auf Horeca-Kontrollgang. Also Kontrolle der Gaststättenerlaubnis, wenn man das vergleichen möchte.

Dann wieder ein anderer Schreibtisch und ein anderes Sachgebiet. Die nächste Kollegin hat es mit Lärm und Umwelt (hier sagt man verwirrender Weise Milieu dazu) zu tun, und da gibt es ne Menge Beschwerden, Schriphol ist in direkter Nachbarschaft und dazu natürlich die täglichen ganz normalen Probleme in der Nachbarschaft. Mitten im Erklärungswahn, dann sogar noch eine echte Bürgerin mit einem Anliegen hier im Gemeindehaus und nun konnte ich auch mal sehen, wie das wirklich funktioniert.

Die nette ältere Dame meldet sich brav am Empfangstresen und wird gebeten zu warten. Das ist kein Problem, denn auch die Wartebereiche hier sind wirklich sehr einladend und gemütlich. Inzwischen erhält die zuständige Kollegin Bescheid und tapert gut gelaunt hinunter. Die Büros liegen allesamt nicht im Erdgeschoss und kein Bürger wird jemals das allerheiligste, also die Arbeitsplätze der Mitarbeiter sehen. Man benötigt einen elektronischen Dropje – Tröpfchen hier und nur damit gelangt man hinter die Kulissen.

Wir also hinunter, die Dame freundlich begrüßt und eine nette Sitzgarnitur gesucht, die an einen Picknickplatz im Wald erinnert – die Wände drum herum bieten ein Stück Intimität! Wir haben uns alles angehört und die wichtigsten Dinge notiert, inzwischen verstehe ich sogar Vieles, wenn ich die Ohren spitze, kann nur kaum was sagen. Ein Rückruf wurde zugesichert und schon ging’s wieder ins Büro.

Dort wurde auf einer öffentlichen Internetseite geprüft, wann in Schriphol die betreffende Landebahn genutzt wurde und mit welchem Lärmpegel das verbunden war – die Schilderungen der Bürgerin eher nicht realistisch – also keine wirklicher Grund zum Handeln. Aber die Kommunikation mit dem Flughafen und den umliegenden Gemeinden ist sehr gut,schildert meine Kollegin und Flughäfen ohne Lärm gibt es eben nicht. Und es hängen ja auch ne Menge Arbeitsplätze dran.

Nun war es aber schon wieder Mittag und der Termin für die Präsentation rückte immer näher. Es war also an der Zeit mich von allen Kollegen dort zu verabschieden und ein paar Geschenke zu übergeben und dann ab zum Bus und nach Amstelveen ins Rathaus.

Unterwegs habe ich noch schnell ein Broodje gekauft – wer weiß, ob ich in der Cafeteria noch was bekomme, einen Kaffee im Rathaus besorgt und alles in mich rein gestopft. Nebenbei habe ich gleich mit Jörg noch ein paar organisatorische Dinge geklärt und mit Pieter telefoniert, ob ich irgendwo eine Rechner nutzen kann, zum testen und drucken der Datei. Alles klar – in die dritte Etage zu Yolanda, Rechner gestartet, Datei geöffnet, alles funzt, Druckauftrag raus, Praktikumsvertrag einer Kollegin geändert – ich hatte keinen eigenen bekommen von Mirka und ich brauchte noch alle Unterschriften – auch ausgedruckt. Jetzt aber schnell zu Pieter, ein Geschenk übergeben und mich bedankt, eines bekommen und noch einmal bedankt, in den Ratssaal, die aktuelle Datei einem Kollegen gemailt und noch einmal getestet und schnell noch mal auf die Toilette – Nase pudern und los geht’s.
Mir ist schlecht vor Aufregung und Stress!

Dann ging’s los! Erst gab es den offiziellen Teil der Organisatoren und das Gruppenfoto, dann sind wir dran. 3-4 Minuten für jeden, Jörg überzieht gleich als erster, alle anderen wohl auch, ich bin Nr. 4 und habe es endlich auch hinter mir. Meine erste Präsentation in englischer Sprache, keine Erfolgsgeschichte, aber besser kann man es ja immer machen. Bettina, die ärmste blieb sogar hängen und fand ne Weile den Faden nicht – wir sind eben keine Profis auf diesem Gebiet. Aber Beifall gab es für alle von uns.

Nach der ganzen Aufregung gab es Käse und Wein auf dem Flur ganz locker mit allen und danach ging es in ein gemütliches Restaurant. Es gab drei Gänge, Wasser, Wein und Kaffee und wir hatten Zeit jetzt noch einmal in entspannter Atmosphäre alles Revue passieren zu lassen. Es gab noch mehr Geschenke und der Abschied war auch ein bisschen traurig.

Ich kann nur sagen „hartelijk bedankt“ für die gute Organisation, die liebevolle Betreuung, all die vielen Erlebnisse und Erfahrungen, die wir machen und sammeln durften und ich wünsche mir nichts mehr, als ein Stück davon zurückgeben zu können – in Berlin, wenn ich hoffentlich einige meiner niederländischen Kollegen irgendwann begrüßen darf.

Es wird eine unvergessliche Zeit bleiben und ich werde sicherlich oft daran zurückdenken. Schade, dass es wohl keine Wiederholung geben wird. Aber die Kontakte bleiben, hoffe ich und vielleicht bekommen wir im Ordnungsamt Lichtenberg auch einmal Besuch aus Amstelveen, Aalsmeer oder Uithoorn.

Morgen gilbt es keinen nervenden Wecker und ich werde mein Mädchenwochenende und meinen Auszug bei Bernadette ein bisschen vorbereiten. Am Donnerstag sind die letzen Termine und ab Freitag ist der Blog only for the girls – my girls! Nein natürlich nicht – aber wir ziehen zu viert auf unser Houseboat in Amsterdam und werden die gemeinsame Zeit genießen.

Tod siens! Succses! Slaap lekker! Die üblichen Grußformeln hier!

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