Amsterdam

Tot ziens Mercatorplein …

… tot ziens Bernadette. Heute ist also schon wieder ein Abschied fällig.

Nach dem gemeinsamen Frühstück musste Bernadette zur Arbeit und ich mich ans Kofferpacken machen. Aber wo fängt man an, wenn man so hier festhängt. Eigentlich würde ich gern bleiben, aber auf die Mädels und das Hausboot freue ich mich auch.

Der Himmel ist grau und lädt ohnehin nicht zu Aktivitäten im Freien ein – also ran ans Werk und das oranje Koffermonster aus der Ecke gezerrt.
Kaum lag er auf dem Bett, riss auch auch schon sein Maul ganz weit auf und so verschwanden ein Teil nach dem Anderen in seinem Schlund.

Irgendwann war alles verschlungen, sogar die Geburtstagsgeschenke für Karin und Janka und ich saß hier allein in dem kahlen Zimmer. Nun war es Zeit noch einmal hier am Tisch zu sitzen, die letzten Lebensmittel zu verspeisen und langsam loszugehen. Der Koffer ging die Treppen viel leichter hinab als hinauf vor fast auf den Tag genau vier Wochen und so konnte ich noch in Ruhe einen Tee trinken und mich dann auf den Weg zum Bahnhof machen.

Dort musste ich ein bisschen warten, weil der Zug Verspätung hatte und dann war auch noch Schienenersatzverkehr bei der Tram und das mit dem ganzen Gepäck. Aber irgendwann hatten wir Davids Boot gefunden und bezogen unser neues Quartier. Es ist schon alles ganz einfach aber auch richtig urig und wir haben alles was wir brauchen, Dusche, WC, Wasserkocher, Wifi, Strom und Heizung – wie ein Kreuzfahrtschiff, nur ganz einfach – ein alter Schleppkahn eben.
Und wir hatten ja was zu feiern, Karins Geburtstag war heute und so haben wir gleich an Deck mal ne Flasche Sprudel leer gemacht

Dann ging’s los in die Innenstadt, einmal quer durch und gleich noch Frühstück besorgt unterwegs. Oude Kerk, Rotlichtviertel, den Dam, die Westerkerk und viele Grachten und Grachtenhäuser. Aber nach einem guten Essen, einigen Bieren und etlichen Kilometern waren wir alle ziemlich müde und wollten auf unseren Schlafkahn. Das Frühstück gibt’s dann morgen ganz zünftig an Deck.

Mit der Tram ging’s dann wieder zurück in die Schlafgracht und beim Einschlafen hörten wir die Bahn und die Wasservögel 😉 in der Nachbarschaft.

Nach dann mal gute Nacht!

Sightseeing ….

… gab es heute noch einmal für Steffen und natürlich auch für mich. Natürlich nach dem Frühstück, heute zu viert mit Bernadette, Ihrem Freund und uns beiden, sogar mit richtigen Sonntagseiern, die wir gestern beim Biobauern hier auf dem Mercatorplein erstanden hatte.

Und dann rauf auf die Fietsen und zum Waterlooplein auf den Flohmarkt. Leider hatten die Händler heute frei und es gab für uns nix zu gucken und zu kaufen. Dann also weiter – auf den Rembrandtplein, der kleine Kunstmarkt hatte auf und da viel mir doch glatt ein schönes Bild für zu Hause in den Rucksack. Nun radelten wir in Richtung Jordan, hatten einen schönen verkehrten Kaffee in der Sonne an der Gracht und haben den Sonntag ein bisschen vorbei ziehen lassen.

Ich wollte gern ein bisschen durch die Gassen schlendern, Steffen war dort zu wenig Leben – zu wenige Geschäfte – und so trieb es uns ein bisschen in Richtung Zentrum und wieder zurück in den Jordan zu den Fietsen. Die Sonne machte immer mal Pause und so ganz ohne Ihre Begleitung war es ziemlich frisch hier. Schade eigentlich, dass sich der Sommer Tag für Tag ein bisschen mehr verabschiedet 😦

Nach dieser Exkursion auf den Füßen radelten wir dann noch in den Westerpark und fanden dort Himmel und Menschen und auch leckere Fressereien vor. An diesem Wochenende war ein großes Fotoevent, viele Fotos und auch andere Kunst gab es zu sehen und wir schlugen uns ein bisschen die Bäuche voll.

Nun war es aber an der Zeit Steffens Mietrad zurück zu bringen – der kleine Laden mit dem schönen Namen Fietsenwinkel schloss heute um sechs. Also schwangen wir uns ein letztes Mal gemeinsam auf die Fietsen und radelten zurück. Im Lädchen fand ich dann noch neue Griffe für das Berliner Bike, so dass ich das im Winter wieder richtig fein machen kann. Amsterdamer Fahrradschloss, neue Griffe und eine Klingel von hier.

Zurück ging es dann zu zweit auf einem Rad, dass hatten wir beide schon Ewigkeiten nicht mehr gemacht und es hat Spaß gemacht, auch wenn ich wirklich nichts gesehen haben von hinten auf dem Gepäckträger nach Amsterdamer Manier.

Nun schnell ne Kuscheljacke geholt und ein bisschen Gepäck abgeworfen und es ging es ein letztes Mal gemeinsam an die Grachten zum schlendern, futtern und Bier trinken.

Nun sind Steffens Sachen gepackt und wir genießen die letzen Stunden bevor er morgen früh wieder heim fährt und ich zur Arbeit. Der letzte Montag hier! Eine Woche später geht es auch für mich wieder nach Hause.

Ich freue mich auf die letzte Woche und bin auch ein bisschen wehmütig. Aber es gibt ja noch ein paar interessante Termine … Bleibt also noch ein bisschen hier mit mir!

P1020615.JPG

P1020606.JPG

P1020607.JPG

P1020604.JPG

einen Feuerwehreinsatz …

… wegen einem platten Reifen gab es heute, doch wir fangen wie immer vorn an.

Nach einem gemütlichen Frühstück und der anschließenden Nahrungssuche für die nächsten Tage, führte uns der Weg heute mit den Rädern aus der Stadt hinaus. Es ging am Olympiastadion vorbei, durch den Amsterdamse Bos bis zur Ziegenfarm und dort gab es twee Cupje Coffje Verkeert für uns und ne Flasche Milch für die kleinen Ziegen. Steffen hatte daran seinen Spaß und die kleinen Zicklein auch. Beim Kaffee pickten uns die Hühner um die Füße herum und bis auf die Flieger am Himmel herrschte hier eine wunderbar friedliche Atmosphäre.

Aber unser Ziel war noch nicht erreicht. Es sollte noch zum
Wassertoren nach Aalsmeer gehen und das waren noch ein paar Kilometerchen, leider an der Straße entlang, weil ich den richtigen Weg nicht fand. Aber wir kamen trotzdem am See an. Die Sonne hatte sich derweil verkrümelt – dafür hatten allerlei Wassersportler Ihre Freude an dem Wind, der aufgekommen war. Nur die schöne Restauration am Ufer des Sees war heute geschlossenen Gesellschaft nicht für uns geöffnet – dennoch waren sie dort gnädig mit uns und wir bekamen wenigstens einen Drink. Auf dem Rückweg hielten wir noch an der Mühle an, diemsogar in Aktion war und dann ging’s an einem schönen Kanal wieder zurück Richtung Amsterdam.

Beeindruckend blieben wir aber Wegesrand stehen, als die Flugzeuge nach Schiphol knapp über unseren Köpfen einschwebten und auch wir wurden, wie die vielen anderen Radfahrer ungewollt zu Airportstalkern 😉 aber imposant ist es allemal, auch wenn ich dort nicht wirklich wohnen möchte.

Auf dem Rückweg wollte Steffen dann gern noch den Umweg über Amstelveen, wollte sehen, wo ich arbeite – manchmal wenigstens – und
Zeit für einen Snack war es auch. Doch da hatten wir die Rechnung ohne den fiesen Nagel auf der Straße und den unfreundlichen Verkäufer vom Fahrradladen gemacht. Steffen hatte also einen Platten, wir schoben die
Räder zum nächsten Bikeshop, aber die wollten in 15 Minuten schließen und der Verkäufer hatte überhaupt keine Lust uns zu helfen.

Was also machen jetzt? Die Geschäfte inzwischen zu, Busse nehmen wohl keine Fahrräder mit … und da kommt mal wieder Pieter ins Spiel, als Retter in der Not.

Ich also angerufen, Pieter eilte mit dem Feuerwehrauto herbei, klärte am Telefon mit dem Fahrradverleiher in Amsterdam, dass sie das kaputte
Rad in Amstelveen abholen müssen und fuhr Steffen zum Fahradverleih zurück, ein neues Fiets abholen. Ich radelte inzwischen flux nach Amsterdam zurück und traf meinen Steffen am Fietsenwinkel wieder. Pieter war schon wieder los – der hatte ja eigentlich Feuerwehrbereitschaft und irgendwie ja auch ein Wochenende.

Wir haben uns dann mit einen guten Burger belohnt, sind kurz nach Hause zum Umziehen und haben uns dann noch einmal ins beginnende Nachtleben von Amsterdam gestürzt. Doch der anstrengende erlebnisreichen lange Tag und ein paar Bier brachten die Müdigkeit in unsere Augen und so ließen wir uns mit der Tram heimbringen. Jetzt freue ich mich aufs Bettchen und wünsche Euch eine gute Nacht.

IMG_1002.JPG

P1020589.JPG

Nachsitzen …

…weil ich ja vom Donnerstag nicht wirklich was berichtet hatte.

Jetzt wo der Arbeitsweg doppelt so lang ist, klingelt der Wecker auch früher und die Augen sind viel kleiner, wenn ich zum Bus stolpere. Schade, dass es die morgendlichen Radeltouren nicht mehr gibt, aber 20 km ist mir dann doch ein bisschen weit.

Mit einem überfülltem Bus wurde ich für meine Faulheit bestraft, sonst hatte ich immer einen Sitzplatz, heute war ich foh, dass ich einen Festhaltegriff abbekommen habe. Aber irgendwann war ich angekommen und der erste Kaffee hat mich versöhnt mit dem Tag.

Als erstes besprach Ben mit mir, was mich bei der Bürgermeisterin erwartet – sie ist eine riesige, mindestens 1,85 m große, wohlgenährte, dunkelhäutige, kluge Frau Mitte dreißig und weiß, was sie will. Die Themen heute – Problemfälle in der Gemeinde – wird Sintaklaas auch weiterhin den swarten Piet dabei haben, wo wird das Feuerwerkszeug für Silvester verkauft, gibt’s eine Baugenehmigung für einen Hotelanbau mitten im Wohngebiet und einiges mehr.

Vorher sind wir aber noch aufs Fiets und haben uns die Sache mit dem Hotelanbau vor Ort angesehen und dann los zur Chefin.

Es gab einen freundlichen Empfang, eine kurze Vorstellungsrunde und dann gleich zu den Themen. Es galt keine Zeit mit Smalltalk zu verschwenden, Termine, Termine! Das Meeting würde übrigens wegen mir in englischer Sprache abgehalten und Frau Bürgermeisterin, die zweitjüngste im Lande und eine von nur zwei dunkelhäutigen Bürgermeisterinnen, googlete immer mal nach einer Übersetzung, wenn der passende Begriff fehlte. Ich stelle mir das Szenario gerade zu Hause vor 😉

Aber der Arbeitstag hat ja gerade erst begonnen. Jetzt erklärte mir eine andere Kollegin Ihr Problem. Die Gemeinde will einen Tisch fürs Picknick in einer Grünanlage neben der Spiel- und Sportfläche aufstellen. Die Nachbarn wollen das nicht, befürchten mehr Lärm, wenn sich abends dort die Jugendlichen treffen, der Bebauungsplan sagt, die Fläche ist die pure Natur. was also tun? Rausfahren, ansehen, das Problem der Nachbarn nicht wirklich verstehen, aber den sicheren Weg der Veränderung des Bebauungsplanes gehen. Lunchtime! Wie meistens hier, gab es auch heute Kaasbrodje auf der Bank in der Sonne und um eins durfte ich mal sehen, was Ronny, ja richtig gelesen, so tut, den ganzen Tag.

Der kümmert sich hier um Bauanträge, das ist ein Teil des Bereiches Vergunningen – also Genehmigungen – und hat hier auch eine Menge zu tun. Aber Architektur ist seine große Leidenschaft, auch wenn er es nicht studiert hat und so fahren wir dann mit den Rädern los zu einer Sightseeingtour im Ort.

Es gibt mehr historische Gebäude zu sehen, als ich dachte und wenn Ronny davon erzählt, leuchten seine Augen. Schön zu sehen, dass er mit so viel Herzblut bei der Sache ist. Auf jeden Fall soll er eines der Bücher über die Geschichte Lichtenbergs bekommen. Das ist bei ihm in den richtigen Händen.

Jetzt muss ich aber ein bisschen Ballett machen – wollte doch meinen Liebsten vom Bahnhof abholen und der Weg dorthin ist weit – mindestens eine gute Stunde Fahrzeit und die Rushhour machst wohl nicht besser. Hat aber dennoch alles noch geklappt. Ich war pünktlich auf dem Bahnsteig – Steffen schon am Ausgang 😉 aber wir haben uns ja gefunden.

Zur Begrüßung gab es einen Drink in der Sonne, dann fix die Sachen zu mir gebracht und mein kleines Reich gezeigt und dann ab in die Mitte der Stadt, an die vielen Grachten, die Mädchen in den Schaufenstern, die alten Häuser und Kirchen und in der Nähe vom Dam gab es auch was zu futtern.

Satt und zufrieden sind wir irgendwann nach Hause ins gemütliche
Bett.

P1020580.JPG

P1020579.JPG

Halbzeit …

… ist es nun schon und noch dazu traumhaftes Wetter.

Weil Ihr aber gestern darben musstet, spule ich mal kurz zurück.

Es ist Samstag um sieben und der Wecker klingelt. Da stimmt doch was nicht! Doch, ist alles in Ordnung, heute geht es mit meinem Kollegen Jörg auf die Nordseeinsel Texel und weil die Anreise ein bisschen dauert, haben wir uns für eine frühen Start entschieden.

Und so ging es mit Zug, Bus, Fähre und noch einmal Bus auf die Nordseeseite der Inselmitte nach De Koog. Schon der erste Kontakt mit dem Meer und den Möwen auf der Fähre, die den Touristen das Brot aus der Hand schnappten und dem Wind, der die schlechten Gedanken wegbläst war ganz wunderbar und wir freuten uns beide auf diesen Tag am Meer.

Also an den Strand und ins erstbeste Strandlokal, erst Kaffee, dann das Bier von der Insel und Kibbeling mit Remoulade für mich und Pannkoeken mit Käse und Schinken für Jörg und dann endlich richtig an den Strand. Schuhe aus, Nase in den Nordseewind und die Füße ins Wasser. Genau deshalb waren wir hier. Die endlose Weite des Strandes, feinster weißer Sand, Kitesurfer im Wasser, Meeresrauschen, peitschender Nordseewind und Sonne. Nur mit der Sonne, das war so eine Sache, vor und hinter uns leuchtete der Strand schon mal in der Sonne, aber wir bewegten uns scheinbar immer unter einer dicken Wolke.

Eigentlich wollten wir die Inselspitze im Norden mit dem Leuchtturm erreichen, dann weiter nach De Cocksdorp und von dort mit Bus und Fähre zurück. Aber so ist das, wenn man sich die Dimensionen der Insel nicht vorher genau ansieht. Wir liefen und liefen und liefen am Strand, aber irgendwie machten wir nicht wirklich Strecke. Irgendwann tauchte dann das Blinken des Leuchtturmes am Horizont auf und uns wurde klar, dass wir dieses Ziel nicht erreichen werden. Planänderung und ab über die Dünen zum nächsten Dorf. Aber die Dünenlandschaft nimmt hier kein Ende. Es ist eine merkwürdig hügelige Landschaft mit allerlei Sträuchern und Brombeergestrüpp, dazwischen die Heide fast am Blühen und bis zum Horizont keine Ende abzusehen.

Wir liefen also und liefen und nachdem wir ein Ehepaar aus Deutschland mit Karte und Inselerfahrung getroffen hatten, stand fest, dass wir nun in der Dünenlandschaft den Rückzug nach De Koog antreten müssen um die letzte Verbindung nach Amsterdam noch zu bekommen.

Als wir De Koog endlich erreicht hatten ging es schnurstracks in die nächste Kneipe. Sitzen, das war schön! Und nun noch ein Bier und einen Kaffee und das alles von einem Kellner serviert, der mit den beeindruckendsten blauen Augen, die ich je gesehen habe, in die Welt schaute. Jörg und ich konnten uns kaum beruhigen und so blieben wir noch ein bisschen sitzen, plauderten, sahen dem Treiben auf der Dorfstraße zu – da war heute großes Fressfest – und tranken unser Tesselbier. Versöhnt von alldem gab es dann noch eine Pizza am Wegesrand und dann ging es zurück nach Amsterdam.

Im Zug waren wir beide ganz schön still. Die Nordseeluft, der lange Fußmarsch und die Erlebnisse des Tages hatten uns müde gemacht und so war ich dann auch froh, als ich wieder hier in meinem gemütlichen Zimmer angekommen war und freute mich aufs kuschelige Bett und den Sonntag ohne Wecker und ohne Bauarbeiter auf der Straße.

Und so begann der Sonntag auch sehr ruhig, erst grauer Himmel und die fast erfolglose Jagd nach frischen Brötchen – ein kleines Kaffee rettete mein Frühstück mit Croissants zum mitnehmen – und ein gemeinsames Frühstück mit Bernadette. Dann ging’s wieder auf mein Zimmer. Fotos sortieren und hochladen, Nagelpflege und Duschen, ein Sonnenbad auf der Terrasse und dann musste ich aber noch vor die Tür.

Ich schnell die Kamera und die Fahrradtasche geschnappt und rauf auf den Drahtesel. Heute wollte ich mal den Hafen und den Westerpark erkunden. Also bin ich durch den Sonnenschein geradelt im kurzen Sommerkleid, habe fotografiert, Pausen gemacht, die Menschen beobachtet und bin weiter geradelt.

Der Hafen ist eine Mischung aus Industriegelände, einigen nagelneuen modernen Gebäuden, einem Strand, der keiner ist, weil er ja im Hafen liegt und war heute ein bisschen wie ausgestorben. Darauf hatte ich auch keine Lust und bin weiter zum Westerpark, das ist ist ein altes Industriegelände, nagelneu umgestaltet, sehr schick und mit viel Grün. Das gefiel mir schon besser und so drehte ich dort meine Runden bis es kühler wurde, weil die Sonne ihre Kraft langsam verlor.

Auf meinem Rückweg gab es noch einen Stop mit nem Twix und dem Reieseführer auf einer Bank, um die letzten Sonnenstrahlen des Tages zu genießen und dann ging’s heim mit einer guten Flasche Portwein im Gepäck, für den Sonntagabend.

Nun lasse ich hier den Tag Revue passieren und werde mich gleich mit einem Gläschen belohnen und darüber hinweg trösten, dass ich wieder ungeküsst und allein ins Bett gehen werde.

Morgen beginnt schon die dritte Woche. Die Zeit ist wie im Fluge vergangen und ich bin gespannt, was ich noch alles erleben, sehen und lernen werde und wann ich wohl anfange, meine Abschlusspräsentation vorzubereiten? 😉 aber keine Sorge, das Gerippe steht schon im Kopf.

Euch allen einen guten Start in eine neue Woche und schmollt nicht, wenn der Wecker morgen wieder rasselt. Das nächste Wochenende kommt bestimmt.

P9140474.JPG

P9140470.JPG

P9140460.JPG

Mein Kulturtag …

… ganz anders als geplant. Mit dem Ausschlafen, das klappte schon mal nicht, weil die Bauarbeiter vor meinem Fenster halb acht anfingen zu werkeln.

Da dachte ich so, wenn ich schon mal wach bin, kann ich auch den Tag mit einem ruhigen Frühstück begrüßen und ein bisschen fleißig sein. Also habe ich Wäsche gewaschen, das Zimmer aufgeräumt, den Abwasch erledigt und meine Mails beantwortet. Dann schnell ne SMS an Jörg, wegen unserem heutigen Ausflug und geduscht. Der hatte meine Message aber nicht bekommen, ich seine aber auch nicht. Die Wunder der modernen Komunikation eben. Er schwächelte und wollte seinen Platz in der Nähe der Toilette nicht aufgeben. Ein Telefonat schaffte Klarheit und ich gab ihm ne Stunde Aufschub, was nicht wirklich schlimm war.

Die Sonne schien und ich in den Liegestuhl auf der Terrasse. Aber nur kurze Zeit später hatte die Sonne beschlossen eine Pause zu machen 😦 macht nix, die Stunde war sowieso fast rum. Also noch einmal mit Jörg telefoniert. Dem ging es noch nicht besser und so bin ich allein auf mein Fiets und los. Erst zum Amsterdamse Bos die Kamera abholen, dann die Umgebung dort erkundet und gleich noch in den Vondelpark. Und schon war die Sonne zurück. Also die Jacke aus und auf ne schöne Bank zum Pause machen, und gucken. Überall Hunde ohne Leine, überall Menschen, alles voller Fahrräder, aber alles sehr sauber, der Rasen englisch kurz und unglaublich grün. Dann weitergeradelt und ein paar Fotos gemacht. Das ist aber auch was schön dort und der Herbst hat schon ein bisschen den Pinsel geschwungen, schnief. Zeit für einen Kaffee am Wasser, Coffje Verkeert, was eben ein Milchkaffee ist und immer wieder fotografiert und geradelt und fotografiert und geradelt.

Und wenn ich schon mal fast am Rijksmuseum bin, dort auch noch eine Runde gedreht. Keine Schlage am Einlass zu sehen und der Entschluss, mir heute die alten Meister anzusehen. Doch es gab einen Grund für den Einlass ohne Schlage. Das Museum hatte nur noch 90 Minuten auf. Das war zu wenig Zeit für diesen großen Kasten, der im übrigen auch von außen sehr schön ist. Na dann krieche ich eben außen herum und sehen mir die Kunstwerke im Garten an – eine gute Entscheidung finde ich und danach ging’s erst einmal wieder ab nach Hause mit dem Fiets an den Grachtenentlang , Fotos ansehen, Akkus laden, Wäsche weglegen, Tee trinken und mit Jörg zum Abendessen verabreden, dem ging’s inzwischen wieder besser.

Und während ich auf ihn wartete scypte ich noch mit meinem Schatz und habe die Geschenke für Pieter und seine Familie eingepackt. Dort bin ich morgen zum Essen eingeladen und will nicht mit leeren Händen vor der Tür stehen, er hat sich wirklich rührend um mich gekümmert.

Und schon war Jörg vor der Tür, jedenfalls fast! Die letzten Meter musste ich helfen, weil er das niederländische Hausnummernsystem nicht durchschaute. Der hat sich hier gleich mal umgesehen und mein Reich begutachtet bevor wir auf dem Mercatorplein ein nettes Lokal mit dem Namen Zürich fanden und auf ein Essen und zwei Bierchen dort verweilten.

Nun ist es doch wieder spät geworden und morgen muss ich schon kurz vor sieben aus dem Haus und bis abends um neun rackern. Es gibt ein Fest in Aalsmeer und da will ich sehen, wie und was hier von den Kollegen kontrolliert wird und mit welchen Konsequenzen. Und ich hab noch einen Termin im Rathaus zur Vorbereitung unserer Abschlusspräsentation. Das wird ein langer Tag werden, aber zwischendurch gibt’s ja auch noch was zu futtern bei Pieters Familie 🙂 also alles halb so schlimm, grins.

Ihr seht, hier kommt keine Langeweile auf, selbst an freien Tagen nicht.

P9100289.JPG

P1020464.JPG

Eine Woche wie im Fluge …

… vergangen, und so viel erlebt, dass ich bald anfange, meinen eigenen Blog zu lesen 😉

Heute morgen gab es zum Start in den Tag ein Mädchenfrühstück mit Denise und Bernadette und dann unter die Dusche und die Taschen gepackt. Für den Tag meinen Rucksack und den Koffer für die Rückreise, denn das Wochenende mit meiner Tochter Denise war schon wieder fast vorbei. Ein kurzer Besuch mit viel Zeit nur für uns zwei, sonst kaum möglich, weil jeder sein Leben und seine Termine hat. Sogar ein Bett haben wir uns geteilt und wenn Denise abends schlief habe ich noch ganz leise an meinem Blog geschrieben und die Fotos vom Tag sortiert.

Aber ein paar Stunden haben wir noch und wir wollten es, nachdem das Gepäck am Bahnhof verstaut war, noch einmal am Anne-Frank-Haus probieren. Doch schon von der Bahn aus, konnte man die lange Schlange sehen, also Planänderung! Den Koffer verschlossen, eine Runde um den Hauptbahnhof und erst einmal den Blick auf das IJ, großes Wasser ;), das Filmmuseum und die vielen Fahrräder schweifen lassen. Den gewünschten Kaffee mit Blick aufs Wasser gab es hier nicht, also auf Richtung Jordan, ein feines Viertel mit Cafés, reizenden kleinen Lädchen und natürlich Grachten mit Hausbooten, wie überall hier. Und bei Kaffee, Muffins und Appel Pie haben wir den Amsterdamern bei schippern auf den Grachten zugesehen. Wunderbar. Danach ließen wir uns noch ein bisschen durch niedliche Geschäfte, kleine Straßen und über einen Kunstmarkt treiben, bevor wir den Weg in Richtung Amsterdam Centraal mit einem Stop am besten Hamburgerladen der Stadt – das stand zumindest dran – einschlugen (die Hamburger waren wirklich gut). Züge warten ja bekanntlich nicht, jedenfalls nicht auf Passagiere.

Dann wurde der Koffer aus seinem Verlies befreit, noch Kaffee für die Fahrt besorgt, eine letzte Umarmung und schon war mein Kind wieder weg.

Da stand ich also wieder allein in der Grachtenstadt, hab mir noch ein Bierchen am Wasser gegönnt und dabei im Reiseführer geblättert und als mir kalt wurde, habe ich mich in die Tram gesetzt und zurück schaukeln lassen. Auch hier wird es Herbst, die Abende von Tag zu Tag kühler, die Blätter immer bunter.

Endlich hatte ich mal nichts vor, Zeit für Wellness im Bad, zum Surfen im Netz, die Planungen für die nächste Woche durchgehen und ein bisschen lesen. Nun fühle ich mich gut vorbereitet für die zweite Woche und all die Dinge, die mich erwarten und nebenbei habe ich mal die ersten Fotos auf Flickr hochgeladen und für Euch bereitgestellt. Zu sehen gibt’s die hier …

die Niederländische Botschaft in Berlin

Euch allen einen guten Start in die neue Woche, bleibt gesund und immer gut gelaunt. Das Leben ist zu kurz, um einen Montag morgen mit schlechter Laune zu begrüßen!

P9070261.JPG

P9070262.JPG

P9070259.JPG

Ein kurzer Freitag …

wegen einer kleinen Terminverplanung, aber das kam mir auch ganz recht, weil mich ja heute der erste Besuch, meine Tochter Denise, ereilte.

Aber vorher ging’s natürlich wieder zum Rathaus, sogar eine Stunde früher als sonst, weil Treffpunkt in Amstelveen schon um acht Uhr war, das heißt um sieben aus dem Haus und noch vor sechs aus den Federn. Nicht wirklich mein Ding, aber es war eine Radtour, eine Windmühle, ein Wasserturm und noch Marktkontrollen mit einem ganz neuen System versprochen. Bis auf den letzten Termin war das auch alles so, nur die Arbeit viel aus 😉 dafür gab es ein Lunch mit Eberhard, Pieter und Pieters Frau Marjolein in Amstelveen, ganz spontan und wirklich schön. Aber jetzt fangen wir mal vorne an.

Ich also pünktlich los, pünktlich am Rathaus und mit Pieter auf dem Rad ca. 10 Kilometer, nach Aalsmeer. Weil wir zu früh dran waren, gab es noch einen Kaffee im Rathaus dort, natürlich wie immer für Mitarbeiter umsonst – Amstelveen und Aalsmeer sind inzwischen eine Gemeente, dann weiter zur Mühle und mit dem Müller geschnackt. Genau genommen ist er ein Hobbymüller und Wetholder, wir sagen auch Stadtrat. Aber er ist der beste Mühlenerklärer den man bekommen kann und hat uns alles über Mühlen – hier Molen – die verschieden Arten von Mühlen, deren Geschichte und die Funktionsweise erklärt. Weil ich gut aufgepasste habe, könnte ich, wenn ich das Stadtleben in Berlin satt habe, also Müllerin werden und mein Leben in Ruhe genießen. Aber so weit ist es noch nicht. Hab ja noch keine Mühle!

Als wir alles gesehen und erfahren hatten ging es wieder auf die Fietsen und nach Aalsmeer zum Wasserturm. Der ist im ArtDecoStil im letzten Jahrhundert zur Wasserversorgung erbaut worden, stand dann lange leer weil der Fortschritt ihn überflüssig gemacht hatte und ist nun saniert worden und wird für kulturellen Events genutzt, allerdings ohne Wasser drin. Dafür vor der Tür mit ganz viel Wasser. Ein interessantes Gemäuer zugleich irgendwie Baudenkmal und natürlich mit vielen Treppen hinauf auf 55 Meter zur Aussichtsplattform mit einem schönen Blick über die Umgebung. Leider war es ausgerechnet heute bewölkt und diesig, so dass uns der Blick zum Dom nach Utrecht nicht vergönnt war. Aber interessant war es trotzdem und der Blick war sehr beeindruckend über diese wasserreiche Landschaft, bis zum Flughafen nach Schriphol, nach Aalsmeer zu den riesigen Gewächshäusern und zur Auktionhalle für Blumen und anderes Grünzeug. Riesengroß und eine kleine Stadt für sich.

Und nun? Na erst einmal Hunger und Durst und da vfel dem Pieter ein, mich zu sich nach Hause zum Lunch einzuladen. Gesagt, getan und losgeradelt. Und weil wir Eberhard, auch aus Berlin, noch aufgesammelt haben, wurde der auch gleich noch eingeladen und Pieter hat mal so ganz nebenbei beim Fahrradfahren mit dem Handy seine Frau über den nahenden Besuch informiert – sie war ja sowieso zu Hause, grins. Das ist niederländische Gastfreundschaft, spontan, herzlich und ungezwungen! Aber wie in den letzten Tagen immer, wurde nicht lange getafelt.

Mein nächster Termin rückte immer näher, während Pieter und Eberhard sich schon aufs Wochenende freuen durften. Also wieder rauf auf die Fietsen und weiter. Pieter hat mich ein Stück des Weges begleitet, Eberhard auch auf seinem Heimweg und das letzte Stück durfte ich dann alleine den Weg finden, ohne Karte, die hatte ich vergessen auf unbekanntem Terrain. Aber ich habe es problemlos gemeistert! Bin doch nicht blond, oder doch? Na egal. Und als ich ankam, war meine Verabredung nicht da. Eigentlich wollte ich mir ein ganz neues System zur Überwachung und Kontrolle eines Wochenmarktes ansehen und erläutern lassen, aber meine Verabredung war ja geplatzt und nach telefonischer Rückfrage stellte sich raus, dass Willem mich erst nächsten Freitag erwartet. Schön! Dann habe ich jetzt also auch Feierabend und Wochenende und kann mich nun um meine Tochter Denise kümmern, die schon am Hauptbahnhof eingetroffen war und fürs Wochenende bleibt. Also wieder auf mein Fiets, das Wort ist zu schön und ab nach Amsterdam.

Da gab es dann heute Touristenprogramm mit Pankoeken, Shopping, Rotlichtviertel, Grachten, Blumenmarkt, Bitterballen, Kaas und Bier und nun schläft das große Kind schon neben mir und ich freue mich eigentlich auch aufs Bett.

Morgen geht’s weiter hier und mit uns beiden Mädels in Amsterdam. Und Euch allen ein schönes Wochenende in Berlin, in den Niederlanden oder irgendwo anders auf der Welt!

P1020425.JPG

P1020434.JPG

P1020404.JPG

P1020420.JPG

Der erste Tag …

also ja noch nicht so ganz richtig, weil ich ja nicht ins Rathaus musste, aber mein erster Tag hier in Amsterdam. Es gab ein langes Frühstück, genau genommen sogar zwei. Erst eines allein in meinem Zimmer und dann noch eines mit Bernadette, selbst gebackenes Brot gab es , lekker, wie der Niederländer sagt.

Und dann ging es ab, in die Stadt! Gucken, Staunen, Kaffee trinken, Fotografieren, die kurzen sonnigen Momente zwischen den vielen dunklen Wolken genießen und zu meiner ersten offiziellen Verabredung.

Wir Berliner und unsere niederländischen Gastgeber trafen uns in einem Lokal am Wasser, de Ysbreker! Was das wohl heißt? Ein erstes beschnuppern – die vielen Namen nicht merken – trinken – austauschen und ein bisschen Organisatorisches. Und ich habe gelernt, dass man hier die Leberwurst einfach mal so in Scheiben geschnitten ohne Brot verputzt. Mit Senf. Das muss ich nicht haben!

Es war ein schöner Tag. Jetzt habe ich auch schon meine Eintrittskarte ins Amstelveener Rathaus und den Zugang zum PC. Pieter sagt, ich habe sogar schon eine eigene Mailadresse. Sowas dauert in Lichtenberg ne ganze
Woche. Respekt, Niederländer sind eben auch Macher und ich habe auch schon die ersten Termine. Mit der Polizei werden wir Volksfeste kontrollieren.

Aber nun ist es spät und ich muss in mein gemütliches Bettchen. Schlaft alle schön und wir sehen uns morgen hier wieder. Gute Nacht!

P8310096.JPG

P8310082.JPG

P8310065.JPG