Hausboot

Tot ziens Mercatorplein …

… tot ziens Bernadette. Heute ist also schon wieder ein Abschied fällig.

Nach dem gemeinsamen Frühstück musste Bernadette zur Arbeit und ich mich ans Kofferpacken machen. Aber wo fängt man an, wenn man so hier festhängt. Eigentlich würde ich gern bleiben, aber auf die Mädels und das Hausboot freue ich mich auch.

Der Himmel ist grau und lädt ohnehin nicht zu Aktivitäten im Freien ein – also ran ans Werk und das oranje Koffermonster aus der Ecke gezerrt.
Kaum lag er auf dem Bett, riss auch auch schon sein Maul ganz weit auf und so verschwanden ein Teil nach dem Anderen in seinem Schlund.

Irgendwann war alles verschlungen, sogar die Geburtstagsgeschenke für Karin und Janka und ich saß hier allein in dem kahlen Zimmer. Nun war es Zeit noch einmal hier am Tisch zu sitzen, die letzten Lebensmittel zu verspeisen und langsam loszugehen. Der Koffer ging die Treppen viel leichter hinab als hinauf vor fast auf den Tag genau vier Wochen und so konnte ich noch in Ruhe einen Tee trinken und mich dann auf den Weg zum Bahnhof machen.

Dort musste ich ein bisschen warten, weil der Zug Verspätung hatte und dann war auch noch Schienenersatzverkehr bei der Tram und das mit dem ganzen Gepäck. Aber irgendwann hatten wir Davids Boot gefunden und bezogen unser neues Quartier. Es ist schon alles ganz einfach aber auch richtig urig und wir haben alles was wir brauchen, Dusche, WC, Wasserkocher, Wifi, Strom und Heizung – wie ein Kreuzfahrtschiff, nur ganz einfach – ein alter Schleppkahn eben.
Und wir hatten ja was zu feiern, Karins Geburtstag war heute und so haben wir gleich an Deck mal ne Flasche Sprudel leer gemacht

Dann ging’s los in die Innenstadt, einmal quer durch und gleich noch Frühstück besorgt unterwegs. Oude Kerk, Rotlichtviertel, den Dam, die Westerkerk und viele Grachten und Grachtenhäuser. Aber nach einem guten Essen, einigen Bieren und etlichen Kilometern waren wir alle ziemlich müde und wollten auf unseren Schlafkahn. Das Frühstück gibt’s dann morgen ganz zünftig an Deck.

Mit der Tram ging’s dann wieder zurück in die Schlafgracht und beim Einschlafen hörten wir die Bahn und die Wasservögel 😉 in der Nachbarschaft.

Nach dann mal gute Nacht!